21. SEPTEMBER 2017

WENIGER IST LEER!
GIB DENEN, DIE HUNGERN, VON DEINEM REIS.
UND GIB DENEN, DIE LEIDEN, VON DEINEM HERZEN
(AUS SUMATRA)



»Reis finde ich total langweilig!« oder »Reis ist immer so matschig und schmeckt doch eigentlich irgendwie fad - allerhöchstens nach der Soße, die man drüber kippt.« So oder sehr ähnlich wird gern über Reis gelästert. Es sei denn, man schaut mal genauer hin. Genau das habe ich in Indonesien getan und Erstaunliches über Reis dazu gelernt!
 

 
In den vergangenen Wochen bin ich viel durch Reisfelder gestiefelt, habe versucht bei der Ernte mitzuhelfen und bin an dieser knochenharten Arbeit kläglich gescheitert. (Einmal bin ich sogar kopfüber in einen Bewässerungskanal gefallen). Heute habe ich ein komplett anderes Bild und Verständnis für dieses wichtige Lebensmittel. Ganz im Gegenteil zum viel zitierten umgefallenen Reissack. Ach halt, der war ja in China.

Schon allein die optischen Unterschiede beweisen, dass Reis alles andere als eintönig ist. Und doof ist er auch nicht, sondern eigentlich ein ganz duftes Korn, welches wirklich sehr unterschätzt wird.

• Das fängt schon beim Namen an:
Hierzulande ist Reis eben einfach Reis. Nicht so in Sumatra. Da wird klar differenziert. Padir: Nennt man den frisch ausgesäten Reis Beras: Ist der bereits geschälte Reis Nasi: Ist der Reis, der dann auf unseren Tellern landet - frisch gekocht.

• Wie wird Reis eigentlich angebaut?
Reis ist eine Sumpfpflanze und die jungen Reispflanzen werden in Saatbeeten herangezogen und per Hand pikiert und ausgepflanzt, sobald sie ungefähr 25 cm hoch sind. Diese Methode ist sehr mühsam und höchst arbeitsintensiv, hat aber den Vorteil, dass in der ersten Zeit des Wachstums wenig Fläche und Wasser benötigt werden.

 

 
Der Boden wird erst dann bearbeitet, wenn er bereits unter Wasser steht. Die Felder werden dann unter Einsatz von Zugtieren wie Wasserbüffeln oder Kühen gepflügt. (Mechanische Pflüge sind eher selten). Anschließend werden die Jungpflanzen in den Boden gesetzt. Die Pflege des Feldes wie z. B. das Zupfen von Unkraut erfolgt ebenfalls in Handarbeit. Nach fünf bis sechs, je nach Sorte auch nach drei bis neun Monaten, kann der Reis geerntet werden, der sich während der Reife goldgelb verfärbt hat.

 

   

 
Geerntet wird per Hand mit einer Sichel. (Ich sagte es bereits: Das ist Knochenarbeit!). Danach werden die Rispen an der Sonne getrocknet und dann gedroschen. Dabei werden sie auf den Boden oder über Holzgestelle geschlagen. Wer eine Reismühle besitzt, ist ein glücklicher Mann, denn dort werden die Körner von den Spelzen getrennt - wer nicht so viel Glück hat, baut auf weitere Handarbeit. Das Reisstroh geht zurück als Dünger auf die Felder, die Körner werden ein weiteres Mal getrocknet - am liebsten direkt vor der Haustür ...

 

 
• Wie geht es den Reisbauern?
Reis stellt für die Ernährung die wichtigste Anbaukultur in Südostasien dar - so auch in Sumatra. Der meiste Reis wird hier für den Eigenbedarf oder den lokalen Markt angebaut - die ganze Schinderei also nur, um selbst etwas zu essen zu haben. Geld ist damit nicht wirklich verdient. Nur etwa fünf Prozent der erzeugten Menge gehen in den Export. Durch das rasante Bevölkerungswachstum steigt die Nachfrage nach Reis und wird zur großen Herausforderung wegen stagnierender Erträge, zurückgehender Anbauflächen und letztlich auch durch die klimatischen Veränderungen. Um die Ernährung langfristig zu sichern, bedarf es deshalb einer Modernisierung kleinbäuerlicher Agrarbetriebe. Dies ist nur realisierbar, wenn die Bauern Zugang zu landwirtschaftlicher Beratung, Finanzierung, Märkten und Betriebsmitteln haben. Den Regierungen stehen dafür oft die notwendigen Mittel nicht zur Verfügung. Deshalb haben sich manche Reisbauern in einer Art Genossenschaft zusammen geschlossen, um den massiven Problemen wie Preisverfall, Abhängigkeit von Zwischenhändlern, Verschuldung und Zerstörung der Umwelt etc. entgegen zu stehen und setzen auf die alternative Handelsvereinbarungen im Fairen Handel. Auch andere Organisationen, wie z. B. die GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH) haben hehre Ziele zur Produktivität und Einkommensteigerung der kleinbäuerlichen Betriebe. Der Mindestpreis, den die Reisbauern als Partner im Fairen Handel erhalten, ist so angesetzt, dass er die Kosten für eine menschen- und umweltgerechte Reisproduktion deckt. Dieser Preis gewährleistet eine gerechte Entlohnung der Bauern unabhängig von den starken Preisschwankungen am Weltmarkt. So erhalten die Bauern Erlöse, die ihren Lebensunterhalt sichern und ihnen die Rückzahlung ihrer Schulden ermöglicht.

Vielleicht denken wir alle das nächste Mal beim Einkauf daran, dass es eigentlich nicht sein kann, dass Reis billig gekauft werden kann. Für diese Arbeit und Lebensweise muss ein ehrlicher, guter Preis bezahlt werden - finde ich.

• Ist Reis wirklich so gesund?
»An apple a day keeps the doctor away.« Ein geflügeltes Wort, welches man getrost auch auf eine Schüssel Reis übertragen kann. Reis ist ein äußerst wertvolles Korn, das fast kein Fett enthält, dafür aber dem Körper viele komplexe Kohlenhydrate liefert, die lange satt machen und mit Vitaminen versorgt, die gut für die Haut und die Nerven sind. Und um genug Kraft kümmert sich das kleine Wunderkorn durch die enthaltenen Mineralstoffe Magnesium und Zink, die Stoffwechsel und Immunsystem stärken.

• Macht Reis wirklich schlank?
Naja, zumindest entwässert Reis ganz gewaltig. In Reis steckt viel Kalium, das Harnsäure und übermäßiges Wasser aus dem Körper schwemmt. Zu viel Wasser sammelt sich vor allem in den Fettzellen an. Dieser entwässernde Effekt macht aber nicht nur schlank, sondern stärkt auch Herz- und Kreislauf.

• Und die Zubereitung?
Tja, was die Zubereitung angeht: Es gibt die unterschiedlichsten Zubereitungsarten – jede mit ihrer eigenen Besonderheit aber keine davon ist wirklich kompliziert. Ob man Reis nun im Kochtopf oder in der Pfanne zubereitet, bleibt schließlich jedem selbst überlassen. Und: Ich hab nicht nur viel über Reis in Indonesien gelernt, ich hab mir auch raffinierte Rezepte mitgebracht. Die teile ich gern - Anruf oder Mail genügt.

Ich wünsch‘ Dir viel Spaß beim Reis genießen - den du jetzt vielleicht auch mit ein bisschen anderen Augen siehst - und natürlich einen herzhaften Appetit!
 

 


20. Juli 2017

VON BLITZMERKERN UND SCHNELLDENKERN:
WENN DE D‘ ARBET NED RECHNESCH, NO LOHNT SICH SOGAR ‘S SCHAFFA.
(UNBEKANNT)



E-Mail-Flut, wachsende Projektanforderungen und komplexere Abläufe im Job - das kennen wir alle nur zu gut! Und wie kommen wir damit klar? Spätestens dann, wenn einem alles über den Kopf zu wachsen scheint, ist es unerlässlich sich mit Systemen zur produktiveren Arbeit zu befassen, um seiner Aufgaben und Herausforderungen Herr zu werden. Taktisch klug oder unbekümmert intuitiv? Ganz egal, was für ein Denkertyp Du bist: Es gibt ein paar Tricks und Tipps, wie man seine Denkleistung und auch seine Entscheidungsfreudigkeit beschleunigen, ja sogar verbessern kann. Ich hab für Dich ein paar skurrile Möglichkeiten zusammengesucht, die es Dir ganz leicht ermöglichen produktiv und dabei sehr viel weniger gestresst zu sein ... Probier‘s aus!
 

 
• Hör‘ auf Deinen Bauch!
Es macht Dir doch keiner was vor - wenn Du Dich auf einem Gebiet gut auskennst, solltest Du immer Deinem Bauch mehr trauen als dem Kopf. Und je komplexer das Problem, desto klarer sieht das Unterbewusste, während der Verstand durch zu viel Wissen vernebelt wird. Und: Der erste Gedanke ist oftmals einfach der beste.

• Frag‘ andere um Rat!
Seltsam, aber oftmals bist du selbst nicht besonders gut darin, einzuschätzen, was Dir wirklich gefällt. Andere Leute oder gar Fremde sind dafür umso besser darin. Vertraue also ruhig den Empfehlungen Dritter - sie sind oft besser als gedacht.

• Wackel mit den Zehen!
Das klingt auch seltsam, baut aber tatsächlich Stress ab und kann sogar einen Blackout überwinden helfen. Damit Du Deine Zehen bewusst und aktiv bewegen kannst, muss Dein Gehirn von seiner im Stress geblockten Energie abgeben ... Und schon denkst Du wieder freier und schneller.

• Kau‘ Kaugummi!
Auch kein Witz: Kaugummikauen macht schlau. Forscher haben herausgefunden: Kaugummikauen baut Stress ab! Psychischer Druck verursacht schnell Verspannungen in den Kiefer-, Gesichts- und Nackenmuskeln - es entstehen Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Das Kauen kann wohl diese Verspannungen lockern und der Stress wird gemindert.

• Versetze Dich in eine andere Person!
Gute Ideen entstehen meist dann, wenn wir ein Problem aus dem Blickwinkel eines anderen Menschen - am besten eines Vorbilds oder einer historische Person - betrachten. Frage Dich also z. B.: Was hätte MacGyver an meiner Stelle gemacht? Auch hier besteht der Trick darin, sich aus dem gewohnten Denkprozess und den zementierten Schablonen zu lösen, was wiederum den Druck aus der Sache nimmt.

• Denke quer!
Der Querdenker hat die Fähigkeit, das, was alle anderen als selbstverständlich ansehen, infrage zu stellen. Also auch hier die Frage an Dich selbst und zwar ganz bewusst: „Muss das so sein – oder geht es auch anders?“ Suche nach neuen Wegen und Betrachtungsweisen, um Probleme und Schwierigkeiten zu lösen und Du findest oft eine verblüffend einfache Lösung auf ein technisches, wirtschaftliches, logistisches oder soziales Problem.

• Setz‘ Dir Zeitlimits!
Wir sind doch alle am kreativsten in der allerletzten Minute - ganz nach dem Parkinsonschen Gesetz: Die Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Wir sitzen beispielsweise stundenlang in Meetings und diskutieren ewig diverse Themen - aber generell erst fünf Minuten vor Schluss werden die entscheidenden Beschlüsse gefasst. Fazit: Setz‘ Dir gleich Limits!

• Geh‘ spazieren!
Nicht nur wenn Dir ohnehin schon die Decke auf den Kopf fällt: Geh‘ raus und eine Runde Spazieren. Wenn Du Dich draußen bewegst, denkst Du besser und auch Dein Geist geht dabei auf Wanderschaft und findet schneller bessere Lösungen. Viele große Denker und Philosophen haben die Weite der Natur gesucht, um ihren Geist erst zu durchlüften, dann zu beflügeln... Du auch!?

Klingt komisch - ist aber so!

Mit der richtigen Technik und Strategie lässt sich viel unnütz vertane Zeit sparen. Manches lässt sich sofort umsetzen, anderes braucht vielleicht Vorbereitung oder gar etwas Übung. Aber eins haben sie alle gemeinsam: Sie helfen, schneller und entspannter zu arbeiten.

Ich wünsch‘ Dir viele Geistesblitze - probier’s doch einfach aus!

27. MAI 2017

MONOTONE
IST NICHT GLEICH MONOTON
EIN FOTO SAGT NICHT DIE WAHRHEIT.
ES SCHLÄGT NUR EINE MÖGLICHKEIT VOR.
(UNBEKANNT)



Der Ursprung der Schwarz-Weiß-Fotografie liegt in den Anfängen der Fotografie selbst. Damals, bevor wir die Möglichkeit hatten, die Realität farbgetreu wiederzugeben, hatte die Schwarz-Weiß-Fotografie keinen besonderen Namen, sondern sie wurde als das bezeichnet, was sie war: Fotografie. Auch heute noch erfreuen sich viele Motive aus den frühen Jahren der Fotografie großer Beliebtheit. Ob die Landschaftsaufnahmen von Ansel Adams, die Parisimpressionen von Henri Cartier-Bresson oder die facettenreichen Porträtserien von August Sander: Die bedeutenden und weltbekannten Bildikonen der Fotografiegeschichte sind schwarz-weiß.

Die Entwicklungsgeschichte der Fotografie ist faszinierend - sie hatte jedoch einen großen Makel: die Realität nicht farbgetreu widerzuspiegeln. Heutzutage haben wir ganz einfach die Wahl und können zwischen farbigen und schwarz-weißen Aufnahmen entscheiden und die nachhaltig wirkende Entscheidung für oder gegen die Schwarz-Weiß-Ästhetik erfolgt heutzutage oftmals erst bei der Bildnachbearbeitung.

Die Schwarz-Weiß-Fotografie erfreut sich heute mehr den je großer Beliebtheit und konnte weder durch die angewandte Farbfotografie in den 1930er-Jahren noch durch die technischen Möglichkeiten digitaler Aufnahmeverfahren verdrängt oder gar ersetzt werden. Ganz im Gegenteil: Im Lauf der Zeit hat sie sich zu einem Stilmittel, ja sogar zu einer eigenständigen und besonderen Kunstform entwickelt.

Wir abstrahieren die Farbe, richten unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das Spiel zwischen Licht und Schatten, auf Konturen, Formen und die Bildkomposition. Die beiden „Farbextreme“ schwarz und weiß stehen dabei in einem besonders starken Kontrast zueinander. Oftmals entsteht dadurch ein Hauch von Mystik oder Nostalgie.

 

Die Wirkung eines Fotos ist dabei zunächst einmal unabhängig vom Motiv und lebt einzig und allein von der Reduktion auf ihre Grautöne. Manchmal ist es tatsächlich so, dass die Farben von der eigentlichen Bildaussage ablenken, obwohl sie der Realität sehr viel näher sind. Aber genau das wollen wir ja eigentlich auch gar nicht zeigen. Wir wollen eine neue Realität erschaffen. Und das gelingt hervorragend durch den Kontrastreichtum einer Schwarz-Weiß-Aufnahme.

Aber Vorsicht! Wir können es uns dabei nicht einfach machen und der Aufnahme per Mausklick schlicht ihre Farbe entziehen. Das kann nicht funktionieren, denn wir entziehen so manchem Foto mit der Farbe ebenfalls auch ihren Reiz. Grün und Rot wirken in Farbe sehr unterschiedlich, in Schwarz-Weiß umgewandelt ergeben sie nahezu den selben Grauton. Deshalb müssen wir in der Lage sein die farbige Wirklichkeit bereits im Kopf zu abstrahieren, uns die gewandelte Wirkung vorstellen, die Farbe als Kontrast wahrnehmen und auch die Helligkeitswerte richtig einschätzen. Dann wird‘s was.

 

Es finden sich überall wundervolle Motive, die sich hervorragend für eine Schwarz-Weiß-Umsetzung eignen. Nehmt eure Kamera in die Hand und lasst eurer Kreativität freien Lauf. In einer Zeit, in der beinahe alles möglich zu sein scheint, kann die Schwarz-Weiß-Fotografie zu einem Statement werden. Besinnt euch auf die traditionelle Fotografie zurück - das kann ein perfekter Ansporn sein, einen neuen fotografischen Weg zu gehen. Versucht es einfach!

Gibt’s Fragen dazu? Jederzeit und gerne!

 


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