- 27. Mai 2017 -

MONOTONE IST NICHT MONOTON

EIN FOTO SAGT NICHT DIE WAHRHEIT.

ES SCHLÄGT NUR EINE MÖGLICHKEIT VOR.

(UNBEKANNT)

 

Der Ursprung der Schwarz-Weiß-Fotografie liegt in den Anfängen der Fotografie selbst. Damals, bevor wir die Möglichkeit hatten, die Realität farbgetreu wiederzugeben, hatte die Schwarz-Weiß-Fotografie keinen besonderen Namen, sondern sie wurde als das bezeichnet, was sie war: Fotografie. Auch heute noch erfreuen sich viele Motive aus den frühen Jahren der Fotografie großer Beliebtheit. Ob die Landschaftsaufnahmen von Ansel Adams, die Parisimpressionen von Henri Cartier-Bresson oder die facettenreichen Porträtserien von August Sander: Die bedeutenden und weltbekannten Bildikonen der Fotografiegeschichte sind schwarz-weiß.

Die Entwicklungsgeschichte der Fotografie ist faszinierend – sie hatte jedoch einen großen Makel: die Realität nicht farbgetreu widerzuspiegeln. Heutzutage haben wir ganz einfach die Wahl und können zwischen farbigen und schwarz-weißen Aufnahmen entscheiden und die nachhaltig wirkende Entscheidung für oder gegen die Schwarz-Weiß-Ästhetik erfolgt heutzutage oftmals erst bei der Bildnachbearbeitung.

Die Schwarz-Weiß-Fotografie erfreut sich heute mehr den je großer Beliebtheit und konnte weder durch die angewandte Farbfotografie in den 1930er-Jahren noch durch die technischen Möglichkeiten digitaler Aufnahmeverfahren verdrängt oder gar ersetzt werden. Ganz im Gegenteil: Im Lauf der Zeit hat sie sich zu einem Stilmittel, ja sogar zu einer eigenständigen und besonderen Kunstform entwickelt.

Wir abstrahieren die Farbe, richten unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das Spiel zwischen Licht und Schatten, auf Konturen, Formen und die Bildkomposition. Die beiden „Farbextreme“ schwarz und weiß stehen dabei in einem besonders starken Kontrast zueinander. Oftmals entsteht dadurch ein Hauch von Mystik oder Nostalgie.

 

 

 

 

 

 

 

Die Wirkung eines Fotos ist dabei zunächst einmal unabhängig vom Motiv und lebt einzig und allein von der Reduktion auf ihre Grautöne. Manchmal ist es tatsächlich so, dass die Farben von der eigentlichen Bildaussage ablenken, obwohl sie der Realität sehr viel näher sind. Aber genau das wollen wir ja eigentlich auch gar nicht zeigen. Wir wollen eine neue Realität erschaffen. Und das gelingt hervorragend durch den Kontrastreichtum einer Schwarz-Weiß-Aufnahme.

Aber Vorsicht! Wir können es uns dabei nicht einfach machen und der Aufnahme per Mausklick schlicht ihre Farbe entziehen. Das kann nicht funktionieren, denn wir entziehen so manchem Foto mit der Farbe ebenfalls auch ihren Reiz. Grün und Rot wirken in Farbe sehr unterschiedlich, in Schwarz-Weiß umgewandelt ergeben sie nahezu den selben Grauton. Deshalb müssen wir in der Lage sein die farbige Wirklichkeit bereits im Kopf zu abstrahieren, uns die gewandelte Wirkung vorstellen, die Farbe als Kontrast wahrnehmen und auch die Helligkeitswerte richtig einschätzen. Dann wird‘s was.

 

 

 

 

 

 

 

Es finden sich überall wundervolle Motive, die sich hervorragend für eine Schwarz-Weiß-Umsetzung eignen. Nehmt eure Kamera in die Hand und lasst eurer Kreativität freien Lauf. In einer Zeit, in der beinahe alles möglich zu sein scheint, kann die Schwarz-Weiß-Fotografie zu einem Statement werden. Besinnt euch auf die traditionelle Fotografie zurück – das kann ein perfekter Ansporn sein, einen neuen fotografischen Weg zu gehen. Versucht es einfach!

Gibt’s Fragen dazu? Jederzeit und gerne!

 

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